INVERS
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Invers Workshop 2011
Neue Methoden im Kreativprozess
25. bis 28.8.2011


Autonomie vs. Heteronomie

"Noch so ein Sieg und wir sind verloren"
Pyrrhus, König von Epirus (319 bis 272 v.Chr.), nach seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum 279 v. Chr.

Thema und Problemstellung:
Bei der kreativen Arbeit stehen wir immer wieder zwischen den Fronten: Rationale Ziele wie Produktivität, Prestige oder finanzielle Sicherheit stehen unseren ideellen Ansprüchen entgegen. Dieser Zwiespalt führt uns in einen inneren Kampf, in dem wir als Dienstleister viele Siege einfahren können, jedoch unsere letzten Energiereserven verlieren. Durch den Erfolgsdruck unterliegen wir den fremdbestimmten Mechanismen und geraten in eine Abhängigkeitsspirale, in der unsere Fähigkeiten für Zwecke benutzt werden, bei denen sich Fragen um Identifikation und Verantwortung immer seltener stellen. Innerhalb der engen Handlungsräume verlieren wir Tag um Tag die Freiheit, den eigenen kreativen Impuls zu verwirklichen.

Wie einst Pyrrhus erkennen wir mit letzter Kraft, dass es so nicht weitergehen kann. Der dritte INVERS-Workshop setzt sich mit dem Konflikt zwischen Autonomie und Heteronomie auseinander und sucht nach Strategien, dem eigenen Impuls im Spannungsfeld dieser Ambivalenz zu vertrauen.


Workshop-Methode:
Um im Spannungsfeld von Fremd- und Selbstbestimmung zu bleiben, haben wir eine Arbeitssituation inszeniert, die sich auf den ersten Blick von einem extremen Designalltag ableitet. In der "Invers-Agentur" sind alle Workshop-Teilnehmer Mitarbeiter und Kollegen, es gibt viele Reminiszenzen aus dem Arbeitsalltag einer großen Design-Agentur wie Meetings, Working-Spaces, geregelte Arbeits- und Pausenzeiten. Es soll viel gearbeitet werden und es sollen viele Projekte abgewickelt werden. Der große Unterschied besteht allerdings darin, dass die Invers-Agentur wirtschaftlich völlig autark ist, sie braucht keine Kunden und demnach gibt es auch keine Aufträge von Extern. Im Gegenteil: jeder Mitarbeiter ist sein eigener Kunde und erteilt sich selbst den Auftrag. Die drei Parolen der Invers-Agentur lauten:

Identifikation ist unser Kunde.
Verantwortung ist unser Auftrag.
Autonomie ist unser Lohn.

Die Mitarbeiter sollen sich möglichst vollständig von fremdgesteuerten Zwängen befreien. Der eigene Anspruch soll reflektiert und dabei Ängste und innerer Druck überwunden werden. Unterstützend darin ist die Tatsache, dass sie sich während der Arbeitszeit weder um Finanzen noch um Ernährung sorgen müssen. Sie können sich ganz auf ihren inneren Impuls konzentrieren und ihn zum Projekt erklären. Die Workshopleitung übernimmt die Rolle der "Projekt-Assistenten" und beruft die Mitarbeiter mehrmals zum "Jobtalk", bei dem wie im üblichen Kontext, der Projektstand berichtet wird, aber wo sich die Teilnehmer vor allem die Frage stellen sollen, ob sie sich mit ihrem Projekt identifizieren und sie es noch verantworten können.

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